Franz Venier Radrennfahrer
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Tour de France nonstop 2005 - Tagesberichte:
 


abreise am Samstag den 04.06.2005

Um 09.30 Uhr im Blauen Backhaus in Kematen.
Am 6. Juni 2005 ist für Franz Start zur Tour de France nonstop 2005.
Die Streckenlänge beträgt ca. 3.500 km.



Sonntag, 5.06.2005

Erster Bericht der Crew - noch relaxt und ausgerastet.

" Nach der 15 stuendigen Autofahrt haben wir sicher unser Hotel erreicht.
Die Nacht war sehr erholsam und gleich am Morgen ist Franz mit seinem Trainer zu einer letzten Trainingsfahrt gestartet. Der Rest der Crew besichtigte wie Touristen die Insel l'île de noirmoutier. Fuer den Abend ist nicht mehr viel geplant - Auto startklar machen, essen und dann zeitig zu Bett gehen.
Die Abfahrt ist morgen Montag auf 10 Uhr angesetzt".



Montag, 6.6.2005

Punkt 10.00 Uhr ging es wie geplant los und der Tourtross des Franz Venier setzte sich in Bewegung.
Leider hatte der Wettergott kein allzugroßes Einsehen und es regnete mehr oder weniger vom Anfang an.
Nach 2 heftigen Gewittern gings ab in die Nacht. Die Temperaturen waren zwar sehr niedrig aber der Dauerregen lies nach. Aufgrund des Wetters hatten die Betreuer alle Hände voll zu tun - umziehen, trocknen, cremen...




Dienstag, 7.6.2005

Nach 23.00 Stunden, also um 9.00 Uhr vormittag, machte Franz die erste Pause von 2 h.
Probleme am linken Knie sowie ein bereits wunder Hintern sorgten dafür, dass den Betreuern die Arbeit nicht ausging.

Um 13.30 Uhr befand sich Franz bereits in Troyes = Start der 6. Etappe.
Bis dahin hatte er
730 km in den Beinen.
Die Knieprobleme bekam man in den Griff und der wunde Hintern wird permanent "bearbeitet".
Mittlerweilen lies sich sogar die Sonne blicken - der Regen hatte aufgehört aber die Temperaturen blieben gedämpft.

Der Zustand von Franz (physisch & psychisch) ist im Moment super - die Crew ist motiviert und voller Tatendrang. Um 21.00 Uhr war Franz bereits auf dem Weg nach Nancy (gefahrene KM ca. 880) - er kämpfte bisher gegen starken Gegenwind und gegen die Kälte aber auch Verdauungsprobleme und Sitzprobleme machen ihm das Leben schwer. Die Temperaturen fielen im Laufe des Abends auf unter 8°C und werden in der Nacht sicherlich noch weiter sinken.
Franz wird versuchen die Strecke bis Mulhouse (Ende der 9. Etappe) durchzufahren.
Die Mannschaft ist wohlauf und aufgrund des Wetters voll mit Arbeit eingedeckt.




Mittwoch, 8.6.2005

Die Nacht war kalt aber trocken und Franz lies keine Müdigkeit aufkommen - er radelte und radelte - sogar seinen Betreuern kamen die letzten 400 km spanisch vor - Franz hatte die letzten km nämlich im Eilzugstempo hinter sich gebracht.

Verdauungs- und Knieproblem wurden beinahe beseitigt - was blieb war das Sitzproblem.

Um 14.00 h befand sich Franz bereits am Ende der 8. Etappe.
Gefahrene km bisher:
1.250km
Noch zu fahrende km bis zur Überstellung - ca. 200 km.
Bisherige Schlafpausen - 2 h

Franz ist müde aber trotzdem wohlauf - er hatte sogar noch Lust auf ein Telefongespräch mit seinem Sohn ("Soviel Zeit muss sein").
Man wird versuchen die restlichen 200km ohne Pause durchzufahren - allerdings ist das Gelände sehr hügelig bzw. bergig. Sollte alles nach Plan laufen wird man heute abend zw. 21.00 und 22.00 Uhr in Mulhouse eintreffen und mit der Überstellung nach Grenoble beginnen.Um 18.15 Uhr befand sich Franz auf dem
2. Berg in den Vogesen.
Es blies ein eiskalter Wind und die Schmerzen im Knie wurden wieder akuter. Um diese Zeit trennten ihn noch 140 km von Molhouse.
Und die Müdigkeit wurde ein zunehmendes Problem.



Donnerstag, 9.6.2005

Mulhouse erreichte man um Mitternacht - die Temperaturen waren eisig - es hieß alles einpacken, duschen und ab nach Grenoble.
Franz hatte in dieser Zeit eine Pause von 6h.
Am Morgen noch schnell ein Live-Interview mit dem österreichischen Radio und um 7.30 gings dann wieder zur Sache.
Für Franz war der Start mühsam da durch die lange Pause alle Muskeln ausgekühlt und wie erstarrt waren.
Knie- und Sitzprobleme waren zwar noch immer vorhanden aber im Bereich des Annehmbaren.
Gefahrene Km bisher:
ca.1.530km
Zustand von Franz: super
Zustand der Crew: o.k. aber müde
Zustand des Pacecars: o.k. - bisher 2 Reifenpannen
Standort um 13.00 Uhr: Courchevel
Um 19.00 Uhr befand sich Franz auf der Abfahrt vom Col de Madeleine (11. Etappe).
Seine Knieschmerzen wurden in den letzten Stunden wieder stärker.
Er wird versuchen die Nacht durchzufahren um den Col du Galibier noch vor dem Morgen zu erreichen.
Die Crew hat sich mittlerweilen wieder erholt und kam inzwischen zu mehreren kurzen Schlafpausen.
Das Wetter ist schön aber recht kühl.



Freitag, 10.6.2005

Um 8.30 Uhr befand sich der Tourtross in Gap.
In den letzten 22 h hatte man 400km und 7.600 Höhenmeter hinter sich gebracht. Obwohl die Nacht bitterkalt war lief Franz zur Hochform auf und spulte Kilometer für Kilometer herunter. Einmal den Berg hinauf, dann wieder hinunter - unten angelangt gings den nächsten Berg hinauf - wie ein Uhrwerk.
Man gönnte sich in dieser Nacht nur 1 h Schlaf....

Der Morgen lies schönes Wetter erahnen obwohl es noch bitterkalt war.
Zu Mittag war er dann plötzlich weg der Franz - man ging nur mal schnell tanken und dachte man trifft ihn gleich wieder aber so war es nicht.
2 Suchtrupps schwärmten aus um in der nahegelegenen Stadt nach Franz Ausschau zu halten - nichts.
Dann plötzlich klingelte das Telefon - es war Franz (hat sich kurzerhand von einem Franzosen das Telefon ausgeborgt) "Wo seits denn, ich bin schon von der Stadt draussen und stehe vor einer Kreuzung?....."

Um 16.30 war man in Montpellier - noch 100km vom Ende der 13. Etappe entfernt. Und das Wetter war tatsächlich schön geworden - schön heiss......
Um diese Zeit zeigte das Thermometer satte 40°C und Franz fing an unter der Hitze zu stöhnen.

An der Küste war es zwar schön aber Franz wollte weiter - die nächste Pause war noch nicht so schnell in Sicht. Um 21.30 Uhr kam man in Agde an - dem Etappenstart zur 14. Etappe - die Stadtdurchfahrt gestaltete sich als sehr schwierig da Franz schon ab und zu leichte Orientierungsprobleme hatte und das Verkehrsaufkommen in der Stadt enorm war.
Doch aufgrund des hervorragenden Navigators und des GPS wurde auch diese Hürde mit Bravour gemeistert.




Samstag, 11.6.2005

Die Provence wurde im Eilzugstempo durchquert - in den größeren Städten hatte man mit überdurchschnittlich viel Verkehr zu kämpfen und als gar nichts mehr ging wurde eine 2 h Pause eingelegt.
Um 11.00 Uhr war man auf dem Weg zum Col de Pailhéres.

Die 14. Etappe hatte man hinter sich gebracht und Albin (Betreuer im Pace-car) wurden 3 Hauben verliehen - er hatte die absolut köstlichsten Sandwiches der letzten 3 Tage zustandegebracht.
Ansonsten kamen die Betreuer eher zur Erkenntnis, dass es interessant ist, mit wie wenig Essen man eigentlich auskommt!! Um 21.30 Uhr befand man sich mitten in den Pyränen und zwar am Col de Portet d'Aspet. Ein starkes Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen machte allen das Leben schwer. Regenbekleidung an - Regenbekleidung aus hieß nun die Devise. In diesem Streckenabschnitt besuchte man für kurze Zeit Spanien.Von Paris trennen Franz um diese Zeit noch ca. 1.000km. Seine Verfassung ist noch ausgezeichnet und auch die Crew ist noch zum Scherzen aufgelegt. Wie jeden Tag telefonierte Franz auch heute mit seinem Sohn Luca - und wie jeden Tag sagte Luca "Komm heim zum Spielen Papa" -Ob diese Aufforderung Franz Flügel verleiht werden wir in den nächsten Tagen sehen...


Sonntag, 12.6.2005

Man hatte in der Nacht eine 3 h Pause eingelegt, da die Knieprobleme von Franz wieder akut wurden.
Um 10.00 Uhr war man am Ende der 15. Etappe - Bergankunft Pla d'Adet.
Das Wetter war schön aber die Knieprobleme überschatteten sogar den Sonnenschein.
Auch den Betreuern stand die Anstrengung zunehmend ins Gesicht geschrieben.

Um 16.15 Uhr hatte man die Berge hinter sich gebracht - und Franz plagten nach wie vor die Knieschmerzen.
In Pau kam man um 20.30 Uhr an - die Betreuer konnten an der Fahrweise von Franz die Schmerzen zwar nicht erkennen, aber Franz meinte "Man sieht den Schmerz eben nicht - er ist einfach da".
100 km entfernt in Auch warteten Rosmarie und Uwe - sie waren voraus gefahren um ein Zimmer zu besorgen - bis dahin musste Franz noch durchhalten - dann hieß es duschen und 2-3 h schlafen.
Im Moment spult Franz die 17. Etappe herunter und man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass er einfach nur mehr in Ziel will.... bis dahin sind es ja nur mehr 600km.




Montag, 13.6.2005

Die Nacht verlief gut - die Schlafpause von Franz wurde 1h länger als geplant.... (die Betreuer hatten verschlafen).
Um 11.00 Uhr startete Franz am Rad einen Telefonrundruf - er musste einfach allen mitteilen, dass er nur noch 400km bis ins Ziel hatte.
Die Knieprobleme waren zwar immer noch da - aber man hatte Franz in der Schlafpause einen entzündungshemmenden Umschlag verpasst der wenigstens die Schwellung nahm.
Um 14.00 Uhr befand man sich inmitten der 19. Etappe - es waren nur noch 276 km bis ins Ziel.
20.30 Uhr ein letztes Telefonat mit Franz - 150 km trennten ihn noch vom Ziel und seinem großen Triumpf. Dann hätte er die Tour de France mit einer Streckenlänge von 3.592km km in 8 Tagen bewältigt.
Sollte auf den letzten Kilometern alles glatt laufen wird Franz zwischen 1.00 - 2.00 Uhr im Ziel eintreffen.



Dienstag, 14.6.2005


Es war um 3.27 Uhr am Morgen als Franz im Ziel eintraf - er hatte die Tour de France erfolgreich hinter sich gebracht in
7 Tagen 17 Stunden & 27 Minuten!!!
Die letzten 100 km waren begleitet von heftigen Gewittern, (Sturmböen und Wolkenbrüchen), Strassensperren und Umfahrungen - aber man hatte sich tapfer bis ins Ziel durchgekämpft.
Die Crew mit Rosmarie Prugg, Gerhard Emhofer, Uwe Linde, Axel Metzler und Albin Singer kann genauso stolz auf ihre Leistung sein wie Franz. Ohne seine hervorragenden Betreuer wäre dieser Erfolg niemals möglich gewesen.

Zur Zeit machen Franz & seine Crew Paris unsicher und genießen den restlichen Tag - morgen werden sie die Heimreise antreten - immerhin müssen sie nochmals 1.000 km zurücklegen - aber diesmal ausschließlich mit dem Auto.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön vor allem an die Crew und an alle die dieses Projekt unterstützt haben und im Gedanken einige Kilometer mit Franz mitgeradelt sind.