Franz Venier Radrennfahrer
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24 Stunden Championship der umca
 



24 Stunden-Einzelzeitfahrweltmeisterschaft
der Ultra Marathon Cycling Association



Highlights sucht man vergebens bei dieser Veranstaltung, es gibt sie nicht!
Nach einem ewig langen Flug kamen wir in Chicago fix und fertig an.
Zunächst mussten wir uns auf 5-spurigen Autobahnen zurechtfinden. Schnell erkannte ich auch, dass wir drei Betreuer zuviel mithatten, da ich nicht wusste, dass das Rennen auf einem Rundkurs ausgetragen wird und sich aus diesem Grund die Verpflegung wesentlich einfacher gestaltete.

Uwe, unser Kameramann, war der Einzige, der bereits einmal in den USA verweilte und deshalb auch mit den Sitten und Gebräuchen dieses Landes ein bisschen vertraut war.
So übernahm er das Kommando, wer sonst?
Nachdem wir Pace Car und Medien Car in Empfang genommen hatten, stellten wir mit Entsetzen fest, dass sämtliche Autos mit Automatikgetriebe ausgestattet waren.
Hilfe, welche Umstellung für uns!

Schwer enttäuscht war ich von jenem Reisebüro, bei dem ich unsere Flüge gebucht hatte, da diese übermäßig teuer waren und Informationen äußerst spärlich und teilweise sogar falsch an uns weitergegeben wurden.
Also Ärger über Ärger! Na, das konnte ja heiter werden!

Der "Katzensprung" von Chicago nach Eldridge betrug lediglich 210 km und meine heiß geliebten Nudeln waren weitere 70 km vom Start entfernt! Vollkornbrot ist in diesem Land gänzlich unbekannt, also musste ich mit einer Zeichnung eines Schwarzbrotlaibes von Gigi Ruetz und später mit dem kaugummiartigen Weißbrot der Amerikaner Vorlieb nehmen.
Eine starke Verkühlung, die ich auch noch mitschleppte, war schlussendlich der "Tupfen auf dem i"!

Nach einem Ruhetag, an dem wir relaxten, wenn man überhaupt davon sprechen kann, bauten wir das Rad zusammen, und ich versuchte mich auf das Rennen einzustimmen. Die Strecke bestand aus einem sehr hügeligen Rundkurs, auf dem der Wind von allen Seiten blies, nur Rückenwind war mir nie gegönnt. Neu für mich war, dass nicht Windschatten gefahren werden durfte und dass in der Nacht Begleitfahrzeuge verboten waren. Diese Umstände erschwerten das Unternehmen erheblich.

Mit am Start war Rob Kish, der mittlerweile mit 17 Teilnahmen und 3 Siegen Rekordhalter beim RAAM ist. Auch Danny Chew, genannt der Mister Million Miles Man, rechnete sich Siegeschancen aus. Seine Lebensphilosophie besteht dann, in seinem Leben eine Million Meilen mit dem Rad zurückzulegen. So ein Sp . . . . ' Ebenso nahm Herbert Meneweger, ein weiterer RAAM-Finisher, an diesem Rennen teil.

Für mich war einfach besonders wichtig, dass dieses Rennen als Qualifikation für das RAAM gewertet wurde. Schon alleine deswegen musste ich schnell ins Ziel kommen. Die Veranstaltung selbst war gekennzeichnet durch eine schwache Organisation und auch das Medieninteresse war gleich null.

Amerika ist einfach das Land der Gegensätze. In lowa kennt kaum jemand Lance Armstrong, trotzdem wird dort eine Weltmeisterschaft ausgerichtet. Wahrend dieser 24 Rennstunden saßen die vielen Zuschauer im Startge-bäude und schauten sich auf fünf riesengroßen Videowänden drei verschiedene Footballspiele an. Uns fehlten dazu einfach die Worte!

Nun zurück zum Rennen. Das Schwierigste für mich war das Fahren in der Nacht, weil ich lediglich im schwachen Schein einer Minilampe den Streckenverlauf erahnen konnte.

Trotz meines schlechten Gesundheitszustandes fuhr ich in diesen 24 Stunden 776 km. Das bedeutete Rang 3 und somit hatte ich die Qualifikation für das Race Across America in der Tasche.
Sieger wurde Danny Chew und die RAAM-Legende Rob Kish war hinter mir - er belegte den vierten Platz. Das gab mir viel Kraft und brachte mich meinem Vorhaben wieder ein Stück näher. Ich erkannte plötzlich, dass eigentlich sehr viel mehr Potential in mir steckte und ich noch lange nicht mein Pulver verschossen hatte.

Aus der Teilnahme bei der WM habe ich sehr viel gelernt zwar nicht im sportlichen, dafür aber im organisatorischen Bereich. Ich erkannte, wie wichtig es ist, ein solches Unternehmen bis ins kleinste Detail zu planen, obwohl man vor Überraschungen ja nie gefeit ist.
   

 

Crew vor dem Abflug


Bereuerauto von Albin


Franz in voller Fahrt




Zertifikat für Race Across America