Franz Venier Radrennfahrer
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Glocknerman
 


   Ein besonderer Ultramaraton

Zu Ultraradmarathons zählen Langstreckenrennen, die länger als 500 km sind, was ja schon einiges über die enorme physische und psychische Belastung aussagt.

Sind Sie schon einmal mit dem Auto nach Cesenatico in den Urlaub gefahren? Wenn ja, dann k ö nnen Sie sich bestimmt vorstellen, was es heißt, eine solche Distanz mit dem Rad zurückzulegen.

Der Glocknerman war einst 650 km, später 723 km und derzeit ist er sogar 1000 km lang, dazu kommen noch ca. 12000 Höhenmeter - und das in einem Stück.

Nach meinem gelungenen Ötzi-Test war das genau das Richtige. Jetzt wurde es Zeit, mich mit anderen Langstreckenfahrten zu vergleichen, denn ich fand, wenn man schon so viel und hart trainiert, sollte man irgendwann den Versuch wagen, sich in einem Rennen mit Gleichgesinnten zu messen. Welchen Strapazen sowohl Fahrer als auch Team bei einer solchen Veranstaltung ausgesetzt sind, lässt sich nur schwer in Worte kleiden. Zu meinem Team, das mich bestens betreut hatte, gehörten Joschi Schmid, Siggi Schmid und Jakob Prantner.

Über einige Äußerungen kann man im Nachhinein sogar noch schmunzeln.

Bad Gastein, 2:00 Uhr morgens:
Es schüttete in Strömen, ich fuhr zu schnell auf den Kreisverkehr zu, vor mir tauchte plötzlich ein Straßenschild auf, ich konnte nicht mehr ausweichen und die Folge war ein schwerer Sturz. Nachdem ich mich vom Schrecken erholt hatte, halfen mir die Betreuer wieder auf die Beine. Ein Abdruck des Richtungspfeilers befand sich auf meinem Bauch, die Hand war stark geschwollen, jedoch Chefcoach Joschi meinte lapidar: „Geh fahr weiter, du hast nur 20 Minuten Vorsprung auf den Deutschen Kurt Peschke!“ Ich konterte: „Und meine linke Hand? Ich kann ja nicht schalten, weil sie stark geprellt ist!“
"Schalten kannst auch rechts, und außerdem ist es gscheit, wenn du den Handschuh ausziehst, denn bei diesen Temperaturen ersparst Du dir den Coolpack und die Schwellung geht auch bald zurück! (Einige Zeit später sank die Temperatur am Großglockner auf minus 5 Grad!!!) Außerdem bist Du nicht auf Urlaub, also fahr weiter!“ Und so spulte ich meine Kilometer ab und gewann dieses Rennen erstmals im Jahre 1999.

Warum ich das erzÄhle?
ich glaube, wenn man etwas erreichen will und ein großes Ziel vor Augen hat, muss man auch manchmal mit Schmerzen (und Betreuern) umgehen können. In den Jahren 2000 und 2001 stand ich ebenfalls am obersten Stockerl beim Glocknerman.