Franz Venier Radrennfahrer
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"RATA"
 


steht fÜr Race Across the Alps



Start und Ziel dieses Megaevents ist Nauders am Reschenpass. Diese Gegend ist nicht nur für seine schönen Schigebiete bekannt, sondern auch für das härteste Eintagesrennen der Welt.


Die Eckdaten alleine sagen schon alles aus:
13700Höhenmeter auf einer Streckenlänge von 525 Kilometern sind zu absolvieren. Die Schnellsten benötigen etwa 20 bis 22 Stunden – je nach Witterungsverhältnissen.

Bei meiner ersten RATA-Teilnahme im Jahr 2001 war alles auf meiner Seite: das Wetter, meine Betreuer, die Presse und deshalb war ich auch voll motiviert. Es mag zwar eigenartig klingen, denn das Wetter hätte nicht viel schlechter sein können, aber ich fahre gern bei „Sauwetter“. Die Strecke war genau auf mich zugeschnitten, da meine Stärke im Bergfahren liegt.

Nur mit einem hatte ich nicht gerechnet, nämlich damit, dass mir meine starke Kurzsichtigkeit (19 Dioptrien!) einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Normalerweise bin ich Linsenträger und das ist mein großes Handicap. Deshalb setze ich bei Schlechtwetter immer meinen Zeitfahrhelm auf. Der vorne mit einem Visier komplett geschlossene Helm verhindert, dass Schmutz und Spritzwasser in meine Augen kommen.Nur bei dieser Veranstaltung hatte es der Kopfschutz warm, denn er ist im Auto spazieren gefahren. Er lag irgendwo versteckt, einfach unauffindbar, im Begleitfahrzeug! Das hätte beinahe mein vorzeitiges Rennende zur Folge gehabt. Am Flüelapass musste ich vom Rad, ich konnte nur mehr ganz verschwommen Umrisse erkennen, alles war grau in grau.

Nach einer unfreiwilligen Zwangspause fuhr ich motivationslos über den Ofen- und den Umbrailpass und rollte zutiefst enttäuscht in Nauders ein.Rang 10 war die Folge. Andere wären vielleicht mit dieser Platzierung zufrieden gewesen, ich jedoch nicht.Auch Kurt Peschke, den ich einen Monat zuvor beim Glocknerman weit hinter mir gelassen hatte, war vor mir im Ziel. Ich empfand das Rennen nicht als Niederlage, denn ich wusste genau, dass ich mehr drauf hatte. Vielmehr ärgerte ich mich über die unglücklichen Umstände, die mir diese Platzierung eingebracht hatten. Ich musste dieses Rennen einfach wegstecken, denn ich wollte ja beim RAAM starten. Da werden Leistung und nicht Grübelei gefordert. Die Rennsaison geht weiter – und das RATA kommt wieder. Es war eben ein dummer Ausrutscher, aber beim nächsten Mal …

2002: RATA kam wieder

Ich wollte mein letztjähriges Debakel wieder gut machen – und das 14 Tage nach dem RAAM. Coach Albin schüttelte nur mehr verwundert den Kopf. Ich brauchte keine Pause, nahm mir keine Zeit zum Umziehen, fuhr wie ein Uhrwerk. Auch der Schlechtwettereinbruch mit Hagel und Graupelschauer im letzten Drittel des Rennens konnten mir nichts anhaben und in diesem Jahr vergaß ich nicht auf meinen Zeitfahrhelm.Im Anstieg zum Stilfserjoch attackierte ich noch einmal, ließ Wolfgang Fasching stehen und fuhr als Fünfter in Nauders über die Ziellinie. Dieses Ergebnis stellte für mich eine große Genugtuung dar, zumal die gesamte Weltelite versammelt war.


Bei meiner Teilnahme 2003 eroberte ich den 4. Rang.